Studien rund um Schwarzkümmelöl (Nigella Sativa)

Was traditionelle Heiler im Orient, in Arabien, Ägypten, Persien, Indien oder in Nordafrika seit Jahrtausenden wussten, wurde seit den 1960iger Jahren systematisch in mehreren hundert wissenschaftlichen Studien untersucht, dokumentiert und bewiesen: Der Schwarzkümmel verfügt über eine ganz spezielle Kombination von Inhaltsstoffen, die ihn zu einem unglaublich vielseitigen und dabei hochwirksamen Haus- und Heilmittel machen.

Studien hinsichtlich der krebsheilenden Wirkung

Eine der umfassendsten Studien inklusive einer Auswertung bisheriger Erkenntnisse über Schwarzkümmelöl wurde am US-amerikanischen Memorial Sloan Kettering Krebszentrum durchgeführt.

Das Chemotherapie-Medikament Doxorubizin wurde bei einigen Krebsarten durch die zusätzliche Gabe von Schwarzkümmelölextrakt in seiner Wirksamkeit verstärkt. Doxorubizin soll das Wachstum von Tumorzellen hemmen, wirkt aber seinerseits stark herztoxisch und ruft häufig Resistenzen gegen oder unerwünschte Wechselwirkungen mit verschiedenen andere Medikamenten hervor. Thymoquinon ist in der Lage, diese toxische Wirkung zu reduzieren. Getestet wurde unter anderem bei Chemotherapie gegen Leukämie, Melanome und Brustkrebs, aber auch bei der Behandlung gutartiger Fibroblasten. Man untersuchte die Auswirkung einer kombinierten Therapie auf DNA und Zellen. Das Wachstum der Tumorzellen wurde stärker gebremst, die Wirkung des Doxorubizin multiplizierte sich. Die gemeinsame Gabe von Doxorubizin und Thymoquinon verhinderte obendrein auch die Ausbildung von schädlichen Wechselwirkungen diverser anderer Medikamente.

Indische Studie über die Wirksamkeit gegen Asthma

Indische Wissenschaftler testeten über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg Nigella-Sativa-Extrakt an Asthmapatienten. Genaue Analysen und abschließende Lungenfunktionstests ergaben, dass eine erhebliche Besserung der Symptome eintrat. Auch konventionelle Asthma-Medikamente wirkten besser, wenn zeitgleich oder zuvor Schwarzkümmelölextrakt eingesetzt worden war.

Studien in Bezug auf Rheuma

Faszinierend sind auch die Ergebnisse einer Untersuchung von Schwarzkümmelöl bei Patienten mit Rheumatischer Arthritis. 2010 wurden 40 Patientinnen mit dieser Diagnose anfangs mit Placebo, im Anschluss mit zweimal täglich jeweils 500 mg Schwarzkümmelöl Kapseln behandelt. Schmerz und Bewegungseinschränkungen sanken bei der Behandlung rapide, im Gegensatz zur Vergleichsphase mit dem Placebo: Gelenkschwellungen und morgendliche Steifheit gingen zurück, und auch im Labor sanken die Indikator-Werte um über 40%.

Entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung bewiesen

Schon 1995 kam man dem entzündungshemmenden und schmerzlindernden Mechanismus auf die Spur: In Laborstudien untersuchte man kaltgepresstes Schwarzkümmelöl auf seinen Gehalt an Thymoquinon. Dieses ist in der Lage, die Bildung von Eikosanoiden zu unterbinden und eine Zellschädigung durch Freie Radikale zu verhindern.

Eikosanoide sind Neurotransmitter, die an der Entstehung entzündlicher Prozesse beteiligt sind. Im Detail wurde nachgewiesen, wie Thymoquinon und möglicherweise noch einige andere Inhaltsstoffe aus dem Schwarzkümmelöl in Kombination wirken, beispielsweise die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren.

Studien in Bezug auf die Wirkung gegen Diabetes

Eine indische Studie beschäftigte sich mit der Wirkung von Schwarzkümmelöl auf Diabetes Mellitus. Wichtig bei der Therapie ist die Kontrolle des Blutzuckerspiegels, zu dem der Organismus des Patienten nicht mehr selbständig in der Lage ist. Schwarzkümmelsamen wurden nun zur Unterstützung der konventionellen Behandlung von 94 Diabetes-Typ-2-Patienten verwendet. Nigella-Sativa-Extrakte verursachten in den Testgruppen signifikante Verbesserungen der Blutzuckerwerte. Die Insulin-Resistenz besserte sich bis zum Ende der 12-wöchigen Testphase deutlich.

Antibakterielle Wirkung wissenschaftlich bewiesen

Dass Schwarzkümmelöl stark antibakteriell wirkt, konnten Wissenschaftler aus Saudi Arabien im Jahr 2010 erfolgreich dokumentieren. Heliobacter Pylori ist mittlerweile aus Auslöser für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre chronische Gastritis und möglicherweise sogar Magen-Karzinom identifiziert. Die Anwendung von Antibiotika ist zwar wirksam, kann aber zu diversen Folgeerkrankungen führen. Die Resistenz von Heliobacter Pylory wächst ständig. Bei der Behandlung von Magen-Darmerkrankungen aufgrund von H. Pylory ohne Ausbildung eines Geschwürs wurde im Versuch Nigella Sativa eingesetzt. Die Ergebnisse hielten mit dem Erfolg konventioneller Antibiotika-Therapien Schritt. Der entscheidende Vorteil: Das Bakterium wird nicht resistent gegen die Wirkstoffe im Schwarzkümmelöl.

Eine Studie bestätigt: Schwarzkümmelöl ist wirksam gegen Bluthochdruck

Hoffnung auf ein natürliches Heilmittel bietet Schwarzkümmelöl auch für Patienten mit Bluthochdruck: Bereits 2008 untersuchte man die Auswirkungen von Nigella Sativa auf diese meist durch Ernährung und Lebensweise bedingte Stoffwechselstörung. Bereits nach 8 Wochen zeigten die Probandengruppen bei einer Tagesdosis von jeweils 100 oder 200 Milligramm deutliche Verbesserungen der Werte. Auch die LDL-Cholesterinwerte gingen bei diesen Patienten zurück. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Schwarzkümmelöl-Extrakt eignet sich also vorbeugend und unterstützend zur Therapie beispielsweise von alters- oder ernährungsbedingten Stoffwechselstörungen.

Indische Studie in Bezug auf kindliche Anfallsleiden

Die vielen Anwendungsmöglichkeiten von Schwarzkümmelöl überraschen immer wieder. Auch bei kindlichen Anfallsleiden gilt es als traditionelles und wirksames Heilmittel. Dies dokumentierte eine Pilotstudie aus dem Jahr 2011, ausgeführt in Indien. Beinahe 15% aller kindlichen Epilepsie-Anfälle sind mit herkömmlichen Mitteln nicht zu behandeln. Mit einer Dosis von 1 Milligramm Thymoquinon auf ein Kilo Körpergewicht wurden Kinder mit Epilepsie ergänzend behandelt. Bereits nach kurzer Zeit verringerte sich die Anfallshäufigkeit.

Dies sind nur einige Studien über Schwarzkümmelöl, die Liste ließe sich deutlich verlängern. Den Anfang in Deutschland machte übrigens der Münchner Immunologe Dr. Peter Schleicher. Als das Pferd seiner Tochter „dämpfig“ wurde, also an schwerem Asthma litt, empfahl ein ägyptischer Mediziner-Kollege, Dr. Mohamed Saleh, Schwarzkümmelsamen zu verfüttern. Die Stute genas damit in kürzester Zeit.

Daraufhin führte Dr. Schleicher Tests an über 600 menschlichen Patienten durch, die an Heuschnupfen, allergischem Asthma, Schuppenflechte oder Neurodermitis oder anderen Allergien litten. Bei 70% von ihnen wichen die Symptome teilweise oder vollständig. Die Studienergebnisse von Dr. Schleicher und Dr. Saleh sind auch medizinischen Laien in einem Buch, "Natürlich heilen mit Schwarzkümmel", zugänglich.

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